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10.02.2021: Schlechte Jugendschutz-Bilanz im Jahr 2020

Im Coronajahr missachtete das Service- und Detailhandelspersonal beim Verkauf von Alkohol und Tabak viel häufiger den Jugendschutz als in den Jahren zuvor. Dies zeigen die Testkaufresultate vom Blauen Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg. In fast jedem 2. Fall wurde widerrechtlich Alkohol oder Tabak an Minderjährige abgegeben.


Foto aller im Jahr 2020 erworbenen Testkaufwaren. Nicht abgebildet sind die verkauften Getränke im Offenausschank, die ca. die Hälfte der Testkaufwaren ausmachen.
Bild: Blaues Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg (Original auf Anfrage).

Das Blaue Kreuz führte im vergangenen Jahr 207 Alkohol- und Tabaktestkäufe im Kanton Bern durch. Das sind deutlich weniger als in den Vorjahren (2019: 424, 2018: 379) und hat damit zu tun, dass aufgrund der Covid-19-Situation nur etwa halb so viele Einwohnergemeinden Testkäufe in Auftrag gegeben haben.

Auffällig waren dabei die zahlreichen Verstösse gegen die Jugendschutz-Bestimmungen. In 88 von 207 Fällen (42,5 %) wurden alkoholische oder tabakhaltige Waren widerrechtlich an Minderjährige abgegeben. Ein Jahr zuvor feierte das Blaue Kreuz noch ihr «Bestes Testkaufresultat aller Zeiten», denn im Jahr 2019 lag diese Verkaufsquote bei 17,5 %.

Bitte den Jugendschutz nicht vergessen
Die schlechte Bilanz erklärt sich Micha Suter, Leiter Jugendschutz beim Blauen Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg mit den besonderen Herausforderungen der Gastronomie und des Detailhandels: «Die Betriebe und ihr Personal waren viel mehr damit beschäftigt, die Corona-Schutzmassnahmen umzusetzen, als Gäste und Kunden nach einem Ausweis zu fragen». Das sei verständlich. Trotzdem dürfe man nicht vergessen, dass auch Kinder und Jugendliche zurzeit viele Schwierigkeiten erleben. Ihr Schutz vor potenziell gesundheitsschädlichen und suchterzeugenden Mitteln sei deshalb wichtig.

Das Blaue Kreuz plant auch dieses Jahr wieder Alkohol- und Tabaktestkäufe. Dabei geraten vermehrt auch Onlineangebote von Händlern und Lieferdienste in den Fokus.

Bei Rückfragen:

Blaues Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg
Fachstelle für Suchtprävention Bern
Micha Suter
Leiter Jugendschutz
031 398 14 56
micha.suter@suchtpraevention.org

Weitere Informationen:

Fachstelle für Suchtprävention in Bern
www.besofr.blaueskreuz.ch/praevention/angebote-kt-bern

Jugendschutz im Kanton Bern
www.jugendschutzbern.ch
www.jugendschutz.blog
twitter.com/JugendschutzCH

 

19.02.2020: Bestes Testkaufresultat aller Zeiten

Seit 1998 führt das Blaue Kreuz im Kanton Bern Testkäufe durch. So wenig wie im vergangenen Jahr wurde noch nie Alkohol und Tabak an Minderjährige verkauft. Bei 83,4% der Testkäufe hielten sich die Betriebe an die geltenden Jugendschutzbestimmungen.


Foto aller Testkaufwaren, die im Jahr 2019 auf der Fachstelle für Suchtprävention vom Blauen Kreuz zusammenkamen. Nicht abgebildet sind die verkauften Getränke im Offenausschank, die den Grossteil der Testkaufwaren ausmachen.
Bild: Blaues Kreuz Bern–Solothurn–Freiburg (Original auf Anfrage)

Bei den 359 Testkäufen, die das Blaue Kreuz Bern–Solothurn–Freiburg letztes Jahr im Kanton Bern durchführte, wurde in 63 Fällen unrechtmässig Alkohol oder Tabak an Minderjährige verkauft. Dies entspricht einer Verkaufsquote von 17,5% (2018: 28,2%).

In rund dreiviertel der Fälle, in denen trotzdem verkauft wurde, fand keine Ausweiskontrolle statt. Die Jugendlichen wurden entweder älter eingeschätzt oder das Verkaufspersonal war auf das Thema Jugendschutz ungenügend sensibilisiert. Bei den restlichen Fällen verlangte das Personal zwar einen Ausweis, rechnete dann aber ein falsches Alter aus.

Vor 20 Jahren setzte fast niemand den Jugendschutz um


Bei Alkoholtestkäufen im Jahr 2000 sah die Verkaufsquote noch ganz anders aus. Damals schenkten 83,5% der getesteten Verkaufsstellen dem gesetzlich vorgeschriebenen Jugendschutz keine Beachtung und verkauften Alkohol an Minderjährige. Die wenigsten Verkaufspersonen hatten zu dieser Zeit ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der Thematik.

Seit mehr als 20 Jahren führt das Blaue Kreuz regelmässig Testkäufe durch. Die Gastronomie, der Detailhandel und Veranstalter/-innen werden dadurch regelmässig auf das Thema Jugendschutz sensibilisiert. «Zwei Jahrzehnte Testkaufpraxis zeigen Wirkung. Die positiven Ergebnisse aus dem Jahr 2019 bestärken dies. Sie motivieren uns, dran zu bleiben und weiterhin Testkäufe durchzuführen», meint Micha Suter, Leiter Jugendschutz beim Blauen Kreuz Bern–Solothurn–Freiburg.

Bei Rückfragen:

Blaues Kreuz Bern–Solothurn–Freiburg
Micha Suter
Leiter Jugendschutz
031 398 14 56
micha.suter@suchtpraevention.org

Weitere Informationen:

Jugendschutz-Angebot vom Blauen Kreuz
jugendschutzbern.ch
jugendschutzch.wordpress.com
twitter.com/JugendschutzCH
philgoodlabel.ch

Fachstelle für Suchtprävention
be.suchtpraevention.org

 

10.01.2019: Testkaufresultate Kanton Bern 2018: Noch immer gelangen Jugendliche an Alkohol- und Tabakprodukte

Auch im Jahr 2018 führte das Blaue Kreuz im Kanton Bern Testkäufe durch. Die Verkaufsquote lag insgesamt bei 28,2%. An Orten, wo erstmals getestet wurde, erhielten die Testkäuferinnen und Testkäufer überdurchschnittlich viele Alkohol- und Tabakprodukte.

Vielerorts ist das Verkaufspersonal sensibilisiert und der Jugendschutz wird ernst genommen. Trotzdem wurde den eingesetzten Jugendlichen in 107 von 379 Fällen (28,2%) widerrechtlich Alkohol oder Tabak verkauft. Beim Tabak (25,7% Verkäufe) schaut das Verkaufspersonal üblicherweise etwas besser hin als beim Alkohol (28,8% Verkäufe). Die Alkoholverkaufsrate deckt sich praktisch mit den aktuellsten Zahlen der gesamten Schweiz (28,7% bei 7’225 Testkäufen).


Erstandene Produkte von den Testkäufen des Blauen Kreuzes Bern-Solothurn-Freiburg 2018 – verkauft an minderjährige Jugendliche. Abgebildet ist nur rund die Hälfte der erhaltenen Ware. Der Rest waren Getränke, die im Offenausschank abgegeben wurden. Das Bild kann in hoher Auflösung bei uns bezogen werden.

379 Alkohol- und Tabaktestkäufe wurden im vergangenen Jahr im Kanton Bern durchgeführt. Die meisten davon durch das Blaue Kreuz Bern - Solothurn - Freiburg im Auftrag der Berner Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF). Die dafür eingesetzten Testkäuferinnen und Testkäufer wurden dazu speziell geschult. Unter Aufsicht einer erwachsenen Fachperson versuchten sie 309 Mal Alkohol und 70 Mal Tabak zu kaufen. Getestet wurden verschiedene Lokale, Verkaufsstellen und Veranstaltungen in insgesamt 38 Berner Gemeinden.

Insgesamt konnte die Berner Gesamtverkaufsquote im Vergleich zu 2017 (34%) erfreulicherweise verbessert werden. Bei mehr als 80% der Testkäufe wurde eine Alterskontrolle durchgeführt. Leider wird jedoch das Alter auf den Ausweisen oft falsch oder gar nicht ausgerechnet.

Christine Grogg, Grossrätin und Präsidentin des Blauen Kreuzes Bern - Solothurn - Freiburg, stellt fest, «Dort wo regelmässig Testkäufe durchgeführt werden, sind die Verkaufspersonen sensibilisiert und führen Ausweiskontrollen durch. In Gemeinden, wo wir das erste Mal testen, wird eher verkauft». Auch im neuen Jahr sind Testkäufe an verschiedenen Standorten geplant. Neue Produkte wie E-Zigaretten und CBD-Cannabis stehen besonders unter Beobachtung und werden ebenfalls kontrolliert.

Bei Rückfragen:

Micha Suter
Leiter Jugendschutz
031 398 14 56
micha.suter@suchtpraevention.org

Weitere Informationen:

Jugendschutz-Angebot vom Blauen Kreuz
jugendschutzbern.ch
jugendschutzch.wordpress.com
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Fachstelle für Suchtprävention
be.suchtpraevention.org

 

23.02.2017: Testkäufe Kanton Bern: Jeder dritte Jugendliche erhielt Alkohol oder Tabak

Das Blaue Kreuz hat 2016 in 37 Gemeinden insgesamt 313 Tabak- und Alkoholtestkäufe durchgeführt. Geprüft wurde, ob die gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen hinsichtlich Alkohol- und Tabakverkauf eingehalten werden. Dabei wurde jedem dritten Jugendlichen widerrechtlich Alkohol oder Tabak verkauft.

Im Auftrag der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF), führte das Blaue Kreuz Tabak- und Alkoholtestkäufe durch. In verschiedenen Verkaufsstellen (Restaurants, Bars, Kiosks, Imbisse und Läden) versuchten speziell instruierte, minderjährige Jugendliche in Begleitung von Fachleuten, Alkohol, Tabak zu kaufen.

In 24 von 96 Fällen (25%) gelang es den unter 18-jährigen Testkäufern, Tabakwaren zu kaufen. Beim Alkohol erhielten 70 von 216[WM1]  Jugendlichen das gewünschte Produkt (32%). Verglichen mit dem Vorjahr fällt das Resultat leicht schlechter aus. Die Testkaufresultate werden[WM2]  dem Regierungsstatthalteramt weitergeleitet. In der Regel werden die Betriebe verwarnt. Bei wiederholtem Fehlverhalten können auch weitere Massnahmen erfolgen, wie beispielsweise der Besuch einer Jugendschutzschulung oder ein Alkoholverbot von bis zu drei Monaten.

Der wöchentliche Alkoholkonsum unter den Jugendlichen ist in den letzten Jahren erfreulicherweise stetig gefallen. So ist beispielsweise der Anteil der 15-Jährigen, welche mindestens einmal wöchentlich Alkohol konsumieren, von rund 19,8 Prozent (2010) auf 8 Prozent (2014) gesunken. Nach wie vor beunruhigend sind hingegen die Zahlen zum Rauschtrinken. So tranken sich 2015 13 Prozent der 15 bis 19-jährigen zumindest monatlich in einen Rauschzustand. Es braucht deshalb neben den Testkäufen weitere Anstrengungen.

 

02.02.2016: Neues Hilfsmittel zur Umsetzung des Jugendschutzes für Festveranstalter

Wer ein Fest organisiert, muss sich nebst Programmgestaltung, Personalplanung, Technik, Verpflegung etc. auch Gedanken zur Einhaltung des Jugendschutzes bei Alkohol und Tabak machen. Das Blaue Kreuz Bern hat dazu einen Leitfaden entwickelt, der die wichtigsten Massnahmen kurz und übersichtlich beschreibt. Ein Informationsblatt für das Bar- und Servicepersonal ergänzt das Angebot und bietet insbesondere für Personen im Verkauf hilfreiche Tipps rund um die Abgabe von Alkohol und Tabak. Jugendschutzbestimmungen sind keine Frage des Goodwills, sondern Teil der gesetzlichen Bestimmungen, die zum Wohl der Jugend in jedem Fall einzuhalten sind. Der Leitfaden soll Festveranstalter in ihrer Planung und Umsetzung unterstützen. Er kann zusammen mit dem Informationsblatt für das Bar- und Servicepersonal und weiteren Jugendschutzmaterialien auf www.jugendschutzbern.chheruntergeladen oder im Webshop kostenlos bestellt werden. Im Auftrag der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) stellt das Blaue Kreuz ein umfassendes Angebot im Bereich Jugendschutz zur Verfügung.

Leitfaden für Festveranstalter

Infos für Bar- und Servicepersonal

 

27.05.2015: Jeder dritte Tabaktestkauf in Biel „erfolgreich“

Im Rahmen eines Monitorings hat das Blaue Kreuz Bern in der Stadt Biel Tabaktestkäufe durchgeführt. Erfreulicherweise haben 12 der 18 getesteten Betriebe die Jugendschutzbestimmungen eingehalten. 6 Mal wurde den 15-jährigen Jugendlichen Zigaretten verkauft.

Testkäufe mit Jugendlichen zeigen auf, wo die bestehenden Jugendschutzbestimmungen eingehalten werden und wo Verbesserungsbedarf besteht. Sie dienen einerseits zur Kontrolle der Einhaltung des Gesetzes und ermöglichen andererseits eine statistische Auswertung über die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen.

In der Stadt Biel wurden 9 Detailhändler/Kioske, 1 Tankstelle und 8 Restaurants/Bars getestet. Handlungsbedarf besteht bei den Restaurants und Bars (5x verkauft). Grössere Anstrengungen braucht es vor allem in der Schulung der Mitarbeitenden. Sie müssen die Alterslimite zum Verkauf von Alkohol und Tabak kennen und auch wissen wie reagieren, wenn jemand diese nicht erfüllt. Vorgesetzte machen sich strafbar, wenn sie ihre Mitarbeitenden nicht ausreichend über die gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen informieren.

Die rechtlichen Jugendschutzbestimmungen sind Bestandteil schweizerischer und kantonaler Gesetze und Verordnungen. Sie wurden erlassen, um die Gesundheit der Jugendlichen zu schützen. Der Körper reagiert im Wachstum besonders sensibel auf Alkohol und Tabak. Regelmässiger sowie übermässiger Konsum verändert das jugendliche Gehirn nachhaltig und negativ. Zudem vergrössert sich bei einem frühen Konsum das Risiko einer späteren Suchtentwicklung. Deshalb stellt das Blaue Kreuz Bern  im Auftrag der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) ein ganzheitliches Jugendschutzangebot zur Verfügung mit den Bereichen Information, Unterstützung und Wirkungsmessung.

Auskünfte:

  • Karin Hegnauer, Co-Leiterin Jugendschutz Alkohol und Tabak, Tel. 031 398 14 56, E-Mail

 

09.02.2015:  Neue Jugendschutz-Website für Alkohol und Tabak

Im Auftrag der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern stellt das Blaue Kreuz auf www.jugendschutzbern.ch ein umfassendes Angebot im Bereich Jugendschutz zur Verfügung. Auf der Plattform werden die verschiedenen Jugendschutzangebote gebündelt und dem aktuellen Stand angepasst präsentiert. Die Website enthält Informationen zum Jugendschutz und Unterstützungsmöglichkeiten für Veranstalter, Gastronomen, Detailhändler und Behörden. Zudem wird die Überprüfung der Wirksamkeit von Jugendschutzmassnahmen durch Monitorings und Testkäufe publik gemacht. Neu übernimmt das Blaue Kreuz die Website und den Versand von Jugendschutzmaterialien von der Berner Gesundheit, die weiterhin die Gemeinden in Fragen kommunaler Gesundheitsförderung und Prävention unterstützt. Mit der Website soll das Thema Jugendschutz in der Öffentlichkeit noch besser wahrgenommen werden. Zugleich soll die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen im Bereich Ausschank, Verkauf und Weitergabe von Alkohol und Tabak unterstützt werden.

Auskünfte:

  • Karin Baumgartner, wissenschaftliche Mitarbeiterin Abteilung Gesundheitsförderung und Sucht, Gesundheits- und Fürsorgedirektion, Tel. 031 633 78 49 (erreichbar: Montag, 9. Februar 2015 von 10.00 bis 12.00 Uhr)
  • Mike Neeser, Co-Leiter Jugendschutz Blaues Kreuz Bern, Tel. 031 398 14 57
  • Maya Mezzera, Leiterin Bereich Sozialraum Berner Gesundheit, Tel. 031 370 70 97

Diese Medienmitteilung können Sie auch hier aufrufen: www.be.ch/medienmitteilungen

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