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JUGENDSCHUTZ SETZT GRENZEN
Heranwachsende testen in ihrem Reifeprozess
Grenzen aus. Starke Schutzbestimmungen bewahren sie vor gesundheitlichen
Risiken.
Alkohol ist in unserer Gesellschaft weit
verbreitet. Fast überall ist er dabei: bei Partys, beim
Essen, beim Entspannen usw. Schon früh beobachten Kinder,
dass Erwachsene Alkohol konsumieren. Als Heranwachsende werden
sie neugierig und wollen alkoholische Getränke ausprobieren.
Grenzen kennen zu lernen, gelegentlich auch zu überschreiten,
ist Bestandteil des Reifeprozesses junger Menschen. Deshalb
auch das Suchen nach Rauscherlebnissen.
Früh übt sich? Aber ohne
Alkohol!
Jugendliche müssen einen selbstverantwortlichen, risikoarmen
Umgang mit Alkohol lernen. Ein zu früher oder übermässiger
Alkoholkonsum behindert sie in ihrer Entwicklung und in ihrer
Suche nach Identität. Da Heranwachsende risikobereiter
und unerfahrener sind als Erwachsene, brauchts starke Schutzbestimmungen,
die junge Menschen vor einem zu frühen und/oder exzessiven
Alkoholkonsum schützen. Jugendschutz setzt Grenzen, an
denen sich junge Menschen reiben und entwickeln können.
Zudem fördert er den Dialog zwischen Jugendlichen und
Erwachsenen über Werte, Einstellungen und Moral.

JUGENDSCHUTZ ERÖFFNET NEUE MÖGLICHKEITEN
Jugendschutz wird oft auf die gesetzlichen
Bestimmungen reduziert und als planerischer, personeller und
finanzieller Mehraufwand gesehen. Ihnen als Veranstalterin
und Veranstalter bietet Jugendschutz aber auch Profilierungsmöglichkeiten
bei der Entwicklung kreativer, jugendgerechter Anlässe.
Als Veranstalterin und Veranstalter sind
Sie mit den gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen bestens
vertraut (Gesetzliche Grundlagen).
Haben Sie sich schon Gedanken darüber
gemacht, was man sonst noch unter Jugendschutz verstehen könnte?
Hier ein paar Anregungen:
- Lancieren Sie eine «Gegenkultur»
mit einem ausgewogenen Angebot an Alkoholfreiem (Limonaden,
Cocktails, Drinks etc.). Eingebettet in jugendgerechte Erlebniswelten,
kommt die Message «Cool ohne Alkohol» bei der
jugendlichen Kundschaft an.
- Suchen nach Präventionssponsoren
unter Getränkelieferanten, Firmen, Gemeinden, oder
Beiträge aus Jugendfonds und von Gesundheits-förderungsinstitutionen
beantragen.
- Lancierung eines Gütesiegels
für Veranstaltungen, die den Jugendschutz aktiv und
kreativ einsetzen.
- Für Jugendpartys zusammen mit
Jugendlichen Regeln formulieren und deren Einhaltung kontrollieren.

JUGENDSCHUTZ SCHÜTZT LEBEN
Kampftrinken ist gefährlich
Alkohol trinken bis zum Vollrausch ist gegenwärtig bei sehr vielen Jugendlichen Kult. Dieses Sturztrinken ist gefährlich.
Gehirn und Leber sind bei Jugendlichen - ebenso wie bei alten Menschen - sehr empfindlich und bauen Alkohol nur langsam ab. Das Gehirn ist erst zwischen 20 und 24 Jahren ausgereift und es ist bekannt, dass grosse Alkoholmengen das Gehirn schädigen.
Medizinische Notfälle
Schutzmechanismen des Körpers werden beim Sturztrinken überfordert: So kann Bewusstlosigkeit vor der warnenden Übelkeit eintreten. Erbrechen kann dann zum Ersticken führen.
Eine alkoholbedingte starke Unterzuckerung des Körpers ist ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall.
Schnelles Trinken von sehr viel Alkohol kann das Atemzentrum im Gehirn lahm legen und zum Tod führen.
Beim Erbrechen während des Schlafs im Rausch kann Erbrochenes in die Lunge gelangen.
Jugendliche im Alkoholrausch sind häufig Opfer von Unfällen. Jeder 4. Todesfall zwischen 15 und 29 Jahren steht im Zusammenhang mit Alkohol.
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