Daniel Schneider
Groovesound, Biel

JUGENDSCHUTZ KONKRET

Jugendschutzmassnahmen garantieren Qualität für alle Gäste. Sie gehen vom Rahmenprogramm über die Beschallungs- und Lichtqualität, das Raumambiente, das Sicherheits- und Barpersonal bis zum attraktiven Getränkeangebot im nichtalkoholischen Bereich – ohne dogmatischen Anspruch.

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen, um Veranstaltungen jugendschutzgerecht planen und durchführen zu können.

Machen Sie sich bereits im Vorfeld Ihrer Veranstaltung Gedanken darüber, wie Sie Alkohol- und Drogenmissbrauch oder Gewalt begegnen wollen. Wer die entsprechenden Massnahmen in einem Präventionskonzept festhält, erspart sich Stress und negative Schlagzeilen.

 



VON ANFANG AN:
ALLES UNTER KONTROLLE!

Wie weisen wir auf eine Altersbeschränkung und eine Ausweispflicht hin?

  • Z.B. auf Plakaten, Flyern, Inseraten, Billetten und weiteren Kommunikationsmitteln.
  • Im Eingangsbereich auf Plakaten.

Wie führen wir die Alterskontrollen am Eingang durch?

  • Z.B. durch professionelles Personal oder gut instruierte Helferinnen und Helfer, die mindestens 18-jährig sind.
  • Verlangen Sie amtliche Ausweise, da Schüler- und Studentenausweise ohne grossen Aufwand gefälscht werden können.

Wie können wir die Eingangs- mit der Ausschankkontrolle kombinieren?

     
PRAXISTIPP: ANBANDELN GEFRAGT!
     
 

Wer darf was trinken? Die Alterseinteilung mittels verschiedenfarbiger Kontrollbänder, die zugleich auch Eintrittsstempel sind, entlasten das Servicepersonal.

Rot = unter 16 Jahren: keine alkoholischen Getränke
Gelb = 16 bis 18 Jahre: keine Spirituosen, Aperitifs oder Alcopops
Grün = ab 18 Jahren

Kontrollbänder können Sie hier bestellen.

 

Wie verhindern wir, dass Alkohol mitgebracht oder nach draussen genommen wird?
Führen Sie Körperkontrollen durch weibliches und männliches Personal am Eingang/Ausgang durch. So haben Sie auch das Abfall- und Scherbenproblem in der nahen Umgebung im Griff.

Wie können wir unsere präventiven Bemühungen vermarkten?
Erwähnen Sie z.B. die Präventionsmassnahmen in der Medienarbeit. Schaffen Sie ein Qualitätslabel für ihre Anlässe (evtl. in Zusammenarbeit mit anderen Veranstaltenden).

 

DAS BARPERSONAL:
EINSCHRÄNKEN BEIM EINSCHENKEN

Welche Punkte gehören ins Briefing für unser Barpersonal?

  • Professionalität am Arbeitsplatz: Wer arbeitet, trinkt keinen Alkohol.
  • Jugendschutzbestimmungen sind bekannt und werden konsequent angewendet.
  • Beim Alkoholausschank Ausweis verlangen, sofern keine Eintritts-Alterskontrolle durchgeführt wurde.
  • Personen verwarnen, die Jugendliche mit alkoholischen Getränken versorgen.

Wie können wir das Barpersonal sonst noch unterstützen?

  • Gäste, die keinen Alkohol erhalten, reagieren oft aggressiv. Deshalb üben Sie den Umgang mit heiklen Situationen im Vorfeld.
     
PRAXISTIPP: WIE MINDERJÄHRIGEN NEIN SAGEN
     
 

Einem Konsumenten, einer Konsumentin Nein zu sagen, ist nicht einfach.
Dank gezielter Schulung ist es möglich, mit kritischen Situationen sicher umzugehen und Nein zu sagen, ohne bei den Jugendlichen aggressives Verhalten auszulösen.
Präventionsfachleute schulen Ihr Personal. (Schulung)

 
  • Stellen Sie insbesondere unerfahrenen Barhelferinnen und Barhelfern eine erfahrene (erwachsene) Person zur Seite.

  • Überprüfen Sie das Verhalten des Personals beim Alkoholausschank immer wieder.
     
PRAXISTIPP: GÄSTE STEMPELN!
     
 

Falls Sie keine Eintritts-Alterskontrolle durchführen und keine farbigen Kontrollbänder verwenden, können Sie trotzdem das Barpersonal entlasten: Nach der Überprüfung eines gültigen Ausweises an der Bar gibts für die Besucherinnen und Besucher einen fälschungssicheren Stempel: z.B. rot für Personen zwischen 16 und 18 Jahren, grün für Personen über 18 Jahren.

 

 

DAS BARANGEBOT:
IT’S ALL IN THE MIX!

Bieten wir, wie es das Gesetz verlangt, mindestens drei alkoholfreie Getränke billiger an als das günstigste alkoholische Getränk gleicher Menge?

Ist unser Angebot an alkoholfreien Getränken für Jugendliche attraktiv?

  • Führen Sie ein ausgewogenes Sortiment an nichtalkoholischen Getränken (mehr als nur Cola, Orangensaft und Mineral).
  • Arbeiten Sie mit Getränkelieferanten zusammen und entwickeln Sie gemeinsam neue Ideen für die Bar.
  • Bieten Sie alkoholfreie und ansprechend präsentierte Cocktails und Drinks an und unterstützen Sie die Konsumentin, den Konsumenten bei ihrer/seiner Wahl.
  • Sorgen Sie mit einer mietbaren, alkoholfreien Saft oder Milchbar für eine zusätzliche Attraktion.

Wollen wir auf der Preisliste der alkoholischen Getränke die Altersfreigabe aufführen?

Wie können wir Gäste belohnen, die keinen Alkohol trinken?

  • Z.B. Be my angel tonight
  • Z.B. mit Happy Hour für nichtalkoholische Getränke.
  • Z.B. schnellere Bedienung (durch getrennten Ausschank).

Sind die obligatorischen Hinweistafeln an der Bar angebracht?

  • Hinweistafeln zum Aufhängen können Sie kostenlos bestellen oder natürlich selber gestalten. Bestellformular

 

DAS RAHMENPROGRAMM:
FÜR ABWECHSLUNG SORGEN!

  • Läuft an unserem Fest mehr als nur Konsumieren?
  • Getrunken wird oft aus Langeweile: Bieten Sie Alternativen wie Tischfussball, Dart, Kartenspiele usw. an.

Wie beugen wir alkoholbedingten Unfällen vor?

  • Im Eingangsbereich (innen und aussen) gut sichtbare und lesbare Plakate mit Telefonnummern von Taxis und die Abfahrzeiten des öffentlichen Verkehrs aufhängen.
  • Angeheiterte Personen am Ausgang auf ihre Fahrtüchtigkeit ansprechen und auf Wunsch ein Taxi organisieren.
  • Mit einem Taxiunternehmen zusammenarbeiten: Taxi vor Ort.
  • Bei grösseren Anlässen: Heimkehrservice organisieren (Nez Rouge, Sammel-Pendelbusse).
     
PRAXISTIPP: «BE MY ANGEL TONIGHT»
     
 

Das Projekt «Be my angel tonight» will erreichen, dass Partygäste mit einem nüchternen Engel am Steuer sicher nach Hause kommen. So läuft es ab: Motorisierte Besucherinnen und Besucher werden zu Beginn einer Veranstaltung ermutigt, einen Schutzengel zu bestimmen. Dieser verzichtet auf den Alkoholkonsum und bringt seine Kolleginnen und Kollegen sicher wieder nach Hause. Den Schutzengeln werden alkoholfreie Drinks verbilligt angeboten. Ausserdem werden unter den Engeln attraktive Preise verlost (Städtereisen, Treibstoffgutscheine). Fachleute unterstützen Sie bei der Planung oder bei der Durchführung dieser Präventionsaktion.

Mehr Infos unter www.bemyangel.ch

 

Wie können wir Besucherinnen und Besucher über Drogen informieren?

  • Das Gefährdungspotenzial beim Konsum von Partydrogen ist meistens schwer abschätzbar und wird häufig unterschätzt. Deshalb ist es wichtig, Jugendliche auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen (Risikoreduzierung). Infomaterial finden sie hier
 

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